Berliner Mietendeckel - was soll dadurch besser werden ?

Martin Beyer
21.10.2019 07:12:42 Comment(s)

Der Mietendeckel hilft langfristig keinem Mieter 

"Er ist wieder da"

Man könnte meinen Erich Honecker sei wieder auferstanden.

Nicht anders sehe ich die Entscheidung zum Mietendeckel in Berlin.
"Verbessern durch Bestrafen ?" Das hat doch noch nie geklappt.

Vor vielen Jahren wurde das eigene "immobile" Tafelsilber an private Investoren verkauft, weil nicht genügend Geld vorhanden war, um die eigenen Bestände zu sanieren.

Die Investoren haben das gemacht, was zu erwarten war, Sie haben investiert. Wohnungen gekauft, modernisiert und - nicht selten teurer weiterverkauft oder zu höheren Mietpreisen wieder auf den Markt gebracht.

Das ist nichts anderes als "Handel treiben", nur eben mit Immobilien im Kauf oder in der Vermietung.

Das jeweils Angebot und Nachfrage den Preis einer Sache bestimmen ist ein ökonomisches Grundgesetz.

Das Berlin, nicht zuletzt durch die gesteigerte Wohnraum-Attraktivität und sein weltoffenes Flair, immer interessanter für Nichtberliner wurde, die gerne in Berlin leben wollten, ist ein Thema, der Trend der letzten Jahre zum tendigen urbanen Wohnen ein zweites. 

Jetzt kommt der Mietendeckel, der moderate Vermieter bestraft  und bei Investoren Fluch(t)verhalten auslösen dürfte.
Wie kurzsichtig mal wieder eine politische Entscheidung getroffen wurde, wird klar, wenn man sich nun 5 Jahre weiter denkt.

Wieviele neue Mietwohnungen werden auf Basis des Mietendeckels nun in Berlin entstehen ?
Wie viel wird ein Eigentümer in die Wohnraumverbesserung in seinen Bestand für seine "Mieter" investieren ?

Vermutlich wird die Entscheidung für den Mietendeckel dazu führen, dass Eigentümer, die bislang eine Wohnung in der Vermietung hatten, diese nun verkaufen werden um in Hamburg, Frankfurt, München oder anderswo ihr Geld in Betongold anzulegen.

Schön, wer es sich dann leisten kann, sich seine eigene Wohnung zu leisten, die er bis dahin gemietet hatte. Blöd für den, der durch einen Verkauf seine Mietwohnung dann wegen "Eigenbedarfs" räumen muss.

Damit ist dann aber auch keinem Mieter geholfen.

Der Markt reguliert sich schließlich immer selber und über die Verfassungsmäßigkeit einer -alles andere als weltoffenen Senatsentscheidung - werden vermutlich in nächster Zeit die Gerichte entscheiden.

Fazit: Mit dem Mietendeckel wird keinem Mieter in  einer angespannten Wohnraumsituation langfristig geholfen. Es bleibt dagegen zu befürchten, dass noch mehr Verdrängung durch Eigentümer - eben ohne Vermietung - stattfindet oder eine noch stärkere Vermietung an temporäre Wochenendgäste ala Airbnb stattfindet. 

Dann können die Mieter den "Deckel zu machen"...
Schade- oder?



Bild von Lynn Greyling von Pixabay